Praxisberichte
21.07.2010, Heilbronn
Heiße Nachmittage
Für die 22 Schülerinnen und Schüler der Klassen 10 und 12 des HCG Beilstein, CHS Heilbronn und der ASS Heilbronn ist es ein heißer Nachmittag im Ausbildungszentrum der Firma Amphenol Tuchel in Heilbronn.
Es riecht nach Öl, noch unbekannte Geräusche liegen in der Luft und neue Gesichter begrüßen die Jugendlichen. Bei diesem einen Nachmittag wird es nicht bleiben. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der SIA-Beilstein/Heilbronn dürfen sich über Folgetermine in den nächsten Wochen bei Waldemar Schön, dem stellvertretenden Ausbildungsleiter freuen.
Nachdem ein Teil der SIA-Schüler/innen schon letztes Jahr den Roboter ASURO bei Amphenol Tuchel gelötet hat, besteht nun für die 22 Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, sich in der mechanischen Fertigung zu üben. Mit nicht alltäglichen Gegenständen haben sie es zu tun: Gewindeschneider, Metallfeile, Drehmaschine, Höhenreiser, Bohrer oder Messschieber. Zu Beginn erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Ausbildungszentrum eine kurze Sicherheitsunterweisung. Wo lauern Gefahren? Wie kann ich mich mit Haarnetz, Schutzbrille und Sicherheitsschuhen schützen?
Nach der Stückliste wurden die Teile auf ihre Vollständigkeit geprüft: Habe ich alles? Stimmen die Masse? Was muss ich als erstes tun? Schnell ist klar, wie das fertige Produkt, ein passender Anhänger Roboter ASURO aussehen soll.
Unterstützung bei der Erklärung von Arbeitsschritten und der Anwendung der Werkzeuge bekommen die Schülerinnen und Schüler durch die Werkzeugmechaniker-Auszubildenden Frank, Boris, Timo und Andi.
Langsam ist erkennbar, welche Funktion die Einzelteile des Anhängers ausüben werden: die Bordwände, die Grundplatte, die Deichsel und die Achsen. Für die Fertigung der Achsen dürfen die SIA-Teilnehmer/innen zum ersten Mal die Drehmaschine benutzen. Sarah K. (18), „Die Drehmaschine ist der Hammer. Es macht Spaß, mit dieser Drehmaschine zu arbeiten.“ Knifflige Arbeitsschritte gibt es bei diesem Anhänger immer wieder, so muss in eine dünne Welle ein Gewinde in die Stirnseite geschnitten werden. „Faszinierend ist es, dass man in die Stäbe noch ein Gewinde schneiden kann, und dass dies nichts außergewöhnliches ist“ so Herr Haar, Lehrer vom ASS, der zusammen mit seinem Kollegen Herrn Herr vom HCG Beilstein zum ersten Mal beim Anhängerbau mit dabei ist.
An insgesamt vier Nachmittagen erhielten die Schülerinnen und Schüler weitere Einblicke in technische Tätigkeiten. Sie sollen die Berufs- und Studienwahl erleichtern.
Projektleiter Klaus Jaißle von BBQ gGmbH ist sehr froh über die Entwicklung der SIA- Beilstein/Heilbronn. „Das Netzwerk startet ab September in das 6. Jahr und es hat sich immer weiterentwickelt. Frau Kobiela vom HCG, Frau Ratschko von der CHS und Herr Haar vom ASS kam im Laufe der letzten Jahre dazu. Genauso wie neue Firmen in die SIA einstiegen, um potenzielle Studierende für Technik zu begeistern“. Es ist ein Geben und Nehmen auf allen Seiten des Netzwerks, mit entsprechendem Aufwand, wie man an den Nachmittagen durchaus feststellen kann.
Jennifer P. (18) hält am Ende des Tages fest: „Mir gefällt es hier sehr gut. Man sammelt neue Erfahrungen und ich hätte nicht gedacht, dass man für so einen Anhänger so viele verschiedene Maschinen braucht.“
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